[!info] Podcast-Faible · Folge #14

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

2005/06 über einen kleinen iPod – Tab neben Musik ‘Podcast’ entdeckt. Erster Podcast: ‘Wann Hoffs wunderbare Welt der Wissenschaft’. Faszinierte ihn als ‘Radio zum Mitnehmen, nicht so tot produziert’. Liebt heute lange Formate wie ‘Alles gesagt’ (7 Stunden). Hörbuch-Junkie privat, Podcasts als perfektes Begleitmedium zu Tätigkeiten wie Rasenmähen.

„Das ist so wie Radio, das kannst du aber mitnehmen, das kannst du jederzeit hören, es ist auch nicht so tot produziert."

Themen: Begleitmedium · Wissenschaftspodcasts · iPod-Generation

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

‘Total atypisch’ – Technik/Wissenschaft/Sci-Fi. Lage der Nation, Hörchors Lernfragen, Raumzeit, viele Tim-Pritlove-Formate. Liebt nischige Spezialthemen wie Ressourcen FM (4–6 Stunden über Edelmetalle) – das entspannt ihn. Astronomie/Raumfahrt als ‘heile Welt’. True Crime meidet er (emotional aufgeheizt, dramaturgisch zugespitzt). Podcast hat bei ihm das lineare Fernsehen ersetzt.

„Aus irgendeinem Grund entspannt mich sowas total."

Themen: True Crime · Wissenschaftspodcasts

→ Eigener Podcast-Konsum

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Ausführliches Format mit langem Vorgespräch (~2,5 Stunden). Terminplanung 1-3 Wochen, manchmal auch 1-3 Jahre. Aufnahmetag: 3× 45 Min Aufnahme mit Pausen, 5-7 Stunden zusammen verbracht (oft mit Übernachtung für weit Anreisende). ‘Ich mag die Menschen nicht so gern als Podcast-Folgenvieh sehen.’ Schnitt: für 3h Aufnahme noch 3-5h Schnitt, Korrekturhören durch seine Partnerin, Show Notes, Transkript erstellen lassen. Insgesamt ~20 Stunden pro Folge. Live-Folge dienstags 20:30-22:00: ~8 Stunden inklusive Pre/Post.

„Ich mag die Menschen nicht so gern als Podcast-Folgenvieh sehen, also ne, hallo, wir nehmen jetzt auf, […] jetzt hau ab, das finde ich doof."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Tascam Portacapture als Interface (32-Bit-Aufnahmen – nichts übersteuert, hochleveln möglich). Tim-Pritlove-Gedächtnis-Headsets (Behringer SM58-Klone), vorher Superlux-Headsets versagten bei IKEA-Lampe. Ultraschall unter Windows mit ‘Remove Silence’-Workflow. Live-Folgen mit Studio Link für Anrufer, Sipgate für Festnetz. Podigy als Hoster. Zencaster für Remote-Aufnahmen. SD-Karte zeigt er Gästen als Vertrauensbasis (‘soll ich sie wegwerfen?’).

„Ich finde es eigentlich schön, wenn die Leute sich auf der Couch richtig lümeln können und sich gemütlich machen."

Themen: Headset vs. Mikro · Remove silence

→ Technik

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Mehrere Lektionen: erster Eindruck stimmt oft nicht – Mut zum Risiko, öfter Ja sagen. Zeitmanagement angewöhnen. Vertrauen ins Publikum – Hörer geben gutes Feedback. Bei kritischen Mails (Beispiel: Eheproblem-Andeutung) eher Gespräch fördern, nicht löschen.

„Selbst wenn ich so sage, ah, kann das mit der Person klappen oder nicht, einfach öfter mal Ja sagen."

Themen: Authentizität & Mut

→ Wichtigste Lektion


← Philipp Müllender · Übersicht Podcast-Faible Gäste · Anne Autenrieb →

[!info] Podcast-Faible · Folge #05

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Bester Grund selbst zu podcasten: man findet ein Thema spannend, aber es gibt noch nichts dazu, oder man möchte eine andere Stimme zu einem Thema beisteuern. Podcast ist für ihn ein einseitiges Medium – und einen eigenen Podcast zu starten ist eine Form, Feedback zu geben.

„Ein Feedback, das man geben kann, ist einen eigenen Podcast zu machen."

Themen: Hörer-Feedback

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Eine Negativ-Erinnerung: ein sehr gutes Interview mit einer Gästin, das komplett rausgenommen werden musste – sie war der Meinung, sich nicht gut repräsentiert zu haben. Soenke und sein Team konnten das nicht nachvollziehen. Folge: das Thema fasst er nicht mehr an. Sonst gibt es positive Highlights, wenn Gäste Audio-Einspieler nachreichen, die er ins Gespräch reinschneidet.

„Aber die Gästin hat sich nicht wohlgefühlt nach dem Interview und wollte, [dass wir die Folge rausnehmen]."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Pro Episode ‘ganze Arbeitstage’ – kurze Folge (Kurzgeschichten von Philip K. Dick): 4h Kurzgeschichten lesen + 1-1,5h Aufnahme + Schnitt + Show Notes + Publishing = ~12 Stunden. Bücher können 24h allein für Lese-Zeit fordern. Veröffentlichung alle 2 Wochen ist extremes Pensum. Bei ‘Policy’ schickt er nur Geschichten ein, Sprecher*innen sind ehrenamtlich. Show Notes übernimmt Jürgen.

„Es ist schon ein extremes Pensum."

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Ralf-Stockmann-Gedächtnis-Set – Headset abgelegt, Rode-Gesangsmikro angesteckt mit Arm (super Range, keine internen Kompressionen). Ultraschall mit ‘Remove Silence’-Workflow + Studio Link. Auphonic für Multispur. Hörspielprozess: grober Vorschnitt → Kapitelmarken → Feinschnitt → ggf. Filmschnipsel. Veröffentlicht via Auphonic an YouTube, Files.

„Ich höre es mir erst gar nicht an, ich mache gehen Ultraschall, mache Remove Silence und dann wird es so automatisch erstmal normalisiert."

Themen: Auphonic · Remove silence

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Hört und schneidet gerne, lebt mit dem Zeitaufwand. Würde aber Social Media komplett abgeben – hat keinen Account, plädiert für E-Mails und Kommentare. Twitter hat er vor X-Umbenennung verlassen. Nutzt RSS-Aggregator statt sozialer Medien. Weiß: Social Media würde Boost geben, kriegt es nicht hin – auch keine helfende Person gefunden.

„Ich bin ein RSS-Mensch."

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Technische Hürde ist niedrig (gute Mikrofone und Tools holen viel raus). Sein 11-jähriger Sohn hört Podcasts – Beispiel dafür, dass es für jedes Thema und Alter ein Publikum gibt. Solange man nicht Tausende Zuhörer erwartet, ist Podcast ein super Medium.

„Es gibt für jeden sein Publikum bei Podcasts."

Themen: Hörer-Feedback

→ Wichtigste Lektion


← Sascha Rupp · Übersicht Podcast-Faible Gäste · Nella Rausch →