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Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

18 von 30 Gästen haben geantwortet.

Wiederkehrende Muster

Alle Antworten

Johannes Wolf (Ep 1)

Erinnert sich an die nicht mehr verfügbare Episode ‘Fett und eingebrannt’ (von Kumpel Patrick). Damals nutzten sie CC0-lizenzierte Podcasts und übernahmen deren Rubriken und Musik, mit anarchischem Twist – während Christopher (von Becky) seriös bleiben wollte und Johannes ihn torpedierte. Bei Patrick verließ er einmal die Aufnahme für fünf Minuten und ließ ihn moderieren. Die Erinnerung steht für ‘verrückt sein dürfen’ und Grenzen des Formats erkunden.

„Das man so ein bisschen verrückt sein darf oder eben auch ein bisschen über die Grenzen schlagen kann."

Alexander Haas (Ep 2)

Die Folgen mit besonderen Gästen aus dem Perry-Rhodan-Universum: Autor Robert Corvus, Autorin Verena Thimsen (die die Technik bei Perry Rhodan macht). Der erste ‘Promi’ war Nicolas Wöhrl von methodisch inkorrekt, der beiläufig erwähnte, dass er Perry Rhodan liest. Highlight: das Interview mit Dr. Michael Blume (Antisemitismusbeauftragter Baden-Württemberg und Sci-Fi-Fan) – er hatte 10 Fragen vorbereitet und kam zu zwei.

„Das ist so eine der Folgen, wo ich sage, wenn einer mal bei uns reinschnuppern will, das ist so eine der Folgen."

Leni Bohrmann (Ep 3)

Drei Erinnerungen: 1) Pianist Ratko Delorco erzählte, wie ein Glasflügel per Skilift in eine Eishöhle gebracht wurde, in der er mit Funktionsunterwäsche unter dem Frack ein exklusives Konzert spielte. 2) Ihre einzige Live-Folge 2021 bei einem Theaterfestival in Neustadt mit einem Performance-Duo – Jahre später entstand aus der Aufnahme ein eigenes Kunstprogramm der beiden. 3) Klassikgitarristin Heike Mathiessen (2023 verstorben), die sich für sichtbarmachen verschollener Komponistinnen einsetzte – Leni durfte sie zweimal befragen.

„Das ist ja wie nach einem Lieblingskind fragen."

Tanja (Ep 5)

Erinnert sich an Schreckmomente bei Technik-Pannen (Tonspur verloren) und die Lösungssuche. Besonders eingeprägt: eine Trekkipedia-Folge mit einer Expertin über Pflanzen in Star Trek. Die Botanikerin öffnete Aspekte, die sie selbst nie hätte recherchieren können – welche Pflanzen, wo, warum, was Modepflanzen waren. Wert von Expert*innen-Gästen für den Podcast.

„Das war wirklich ganz, ganz zauberhaft und das war wirklich auch wieder so ein Moment, wo ich dachte, es hat auch ganz viel Nutzen, Leute einzuladen, die so eine Expertise mitbringen."

Patrick Lohmeier (Ep 6)

Früher waren ihm die katastrophalen Aufnahmen (Mikro fiel aus, er sprach seinen Part nachträglich anhand der Tonspur des Gegenübers ein – mehrmals) wichtig. Mit 800-850 Folgen und 13 Jahren Erfahrung ist das alles ’nicht mehr so schlimm’. Die wirklich einprägsame Folge: 2018 mit Jan Peschel bei der Cinecouch über Kim Franks Regiedebüt ‘Wach’. Wegen ihrer kritischen Besprechung schrieb Kim Frank Jan auf Facebook ‘zurecht’ – ihre Filmbesprechung sei missverstanden. Hat ihn sensibilisiert: bei jungen Filmschaffenden bleibt er bewusster respektvoll, auch wenn er kritisch bleibt.

„Es hat mich sensibilisiert dafür, für die Tatsache, dass vielleicht bei zeitgenössischen Filmen […] einem vielleicht doch mal ab und zu jemand zuhört."

Arne Ruddat (Ep 8)

Drei Highlights aus über 1000 Folgen: 1) ‘Gestern, heute, übermorgen’ im Auto auf dem Weg zur Star-Trek-Picard-Premiere in Berlin aufgenommen – er konnte Patrick Stewart eine Frage stellen (Antwort: ein Wort, reicht). 2) Bei Dirty Minutes Left hatten sie Joscha Sauer (Nicht lustig) und Heiko Hörnig als Gäste – als Superfan beeindruckend. 3) ‘Emo mit KI’ (Elektromobilität mit krassen Influencern) in ‘Arnes Geheimschrank’ mit Bastian Schlingel-Wölfle und Malik Aziz – soll Leuten mit Elektroauto-Fragen alle Sorgen nehmen.

„Ich hoffe, mit dieser Folge quasi ein Werk geschaffen zu haben, was zumindest für eine Weile lang allen Leuten, die denken, ich weiß nicht, Elektroauto, kann man sich da nicht irgendwie darüber informieren, würde ich einfach diese Folge hinschmeißen."

Dela (Ep 9)

Drei besondere Aufnahmen: 1) Ein Adventskranz (vierteilige Folge am Stück aufgenommen) im ‘König Bube Dame Gast’ über Stephen King – sie war wegen chronischer Erkrankung randvoll mit Schmerzmitteln und Apfelwein, ihre Gästin Missy Rockstar hielt durch. 2) Eine ES-Folge, in der sie so lange geschimpft hat, bis es gewittert hat. 3) Mitten in einer Aufnahme fiel eine Maus in eine Lebendfalle ins Blechwaschbecken eines Mitpodcasters – sie dachten, das Haus stürzt ein. (Maus wurde übrigens lebend in den Wald entlassen.)

„Da habe ich so lange geschimpft, bis es gewittert hat. Habe ich ein Gewitter herbeigeschimpft."

Alexander Karls (Ep 10)

Folge Nr. 8 in Corona-Zeiten mit Isabel Strohofer vom Autohof Strohofer in Geiselwind. Es ging um die Auswirkungen der Pandemie auf Hotellerie und Gastronomie. Die Dankbarkeit, die sie aussprach – für die Unterstützung während dieser schwierigen Zeit – war für ihn so bewegend, dass er heute noch Gänsehaut bekommt, wenn er daran denkt.

„Ich kriege jetzt gerade Gänsehaut, wenn ich drüber nachdenke. Das war einfach für mich emotional so ein Ausdruck, den hatte ich bis dahin in einem Podcast einfach von uns noch nicht erlebt."

Stefan Giesbert (Ep 12)

Mehrere besondere Folgen: 500. Episode vor 25 Hörerinnen und Hörern mit Cocktails. Folge 72 als Versuch, eine Radiosendung à la ‘Radio Rock Revolution’ nachzubauen (durfte keine Musik spielen). Sonderfolgen bei der ESA in Darmstadt bei Satellitenstarts – konzentrierte Stimmung im Hauptkontrollzentrum, ESA-Chef Aschbacher saß im Publikum. Bei seinem Iron-Man-Wettkampf wurde er während des Rennens interviewt und daraus eine Sendung gebaut. Beim Cocktail-Podcast Bar-Größen aus der Barszene (Erfinder des Jim Basil Smasher) zu Gast.

„Du kannst dir nicht vorstellen, wie die Luft da brennt. Also hochkonzentrierte Menschen und total cool. Und du bist halt wirklich dabei."

Franziska von Lehel (Ep 13)

Ihre beste Folge war ein Kommentar zur kulturellen Aneignung – sie hatte Pro und Contra zusammengetragen und eine eigene Meinung entwickelt. Ein Jahr später schrieb eine Schuldirektorin aus Berlin: Sie würde gern ein Interview für das Unterrichtsmaterial der Abiturvorbereitung. Das fertige Interview wurde Teil der Abiturvorbereitung ab 2025. ‘Beitrag für die Gesellschaft’ geleistet – Ziel des Podcasts erfüllt.

„Da merkt man auch tatsächlich so, dass man nicht so in den luftleeren Raum [sendet]. […] Dass ich halt wirklich einen Beitrag für die Gesellschaft auch irgendwie geleistet habe, was auch so das Ziel dieses Podcasts war."

Stephanie Fischer (Ep 14)

Noch keine besonders positive Erinnerung (Podcast ist noch jung, Gäste-Einladungen beginnen erst). Negativ in Erinnerung: in den Anfängen von ‘50 is a bitch’ saßen sie zu zweit vor einem Mikro – das Ergebnis war wegen Hall und Räumlichkeit nicht zu retten. Daraus viel gelernt.

„Das ist absoluter Schrott geworden. […] Das wäre die negative Erinnerung, aus der ich sehr viel gelernt habe."

Philipp Müllender (Ep 15)

Folge 27 von Afaldra mit einem Gast, der sich als ‘Ornithiologe’ präsentierte (mit i – nicht Vogelkundler, sondern jemand, der Vögel für göttlich hält). Der Gast hatte eigene Vögel erfunden, differenzierte zwischen real existierenden und imaginierten Vögeln in der Welt Afaldra (z.B. der ‘Huhu’ statt ‘Uhu’ – winkt freundlich), und imitierte den Schrei eines selbst-erfundenen Vogels in voller Inbrunst. Steht exemplarisch für die Momente, in denen ‘das Konzept komplett aufgeht’.

„Das war so das, wo ich gemerkt habe, das war jetzt richtig, richtig gut. […] Wenn man aufnimmt und merkt, okay, jetzt läuft es, jetzt geht das Konzert komplett auf."

Yvette Philippens (Ep 19)

Ihre allererste Gästin (Anne, die Interviewende) – ironisch, weil sie sonst als Dienstleisterin Best Practices predigt: Ihr Mikrofon war übersteuert, die ganze Aufnahme musste wiederholt werden. Daher ihr Appell: Eigene Spur lokal aufzeichnen und zusenden – dann kann nichts passieren.

„Das war wirklich, das war ein Graus, also das ist glaube ich aber auch für jeden Podcaster des absolutes Worst Case, wenn halt die Aufnahme nicht klappt."

Kai Rohde (Ep 20)

Erste Folge: einfach mit iPhone eingesprochen, ohne Schnitt, eine Stunde für eine kurze Folge gebraucht. Vor allem aber eine Aufnahme zum Thema Depression mit einer Gästin: Während er parallel eine Depressionshilfe-Webseite öffnete, ergriff ihn das Thema so – er kämpfte mit den Tränen und wäre fast eingebrochen. Beeindruckt davon, wie viele ‘ganz normale Mitbürger’ diesen Schmerz tragen.

„Das hat mich so ergriffen, weil es eben da draußen so viele Menschen gibt, die dieses Thema haben. Ich konnte nicht mehr weiter sprechen. Ich saß hier, habe echt mit den Tränen gerungen."

Sascha Gottschalk (Ep 21)

Beim ESC 2019 in Tel Aviv, akkreditiert für die Proben – aus dem Pressezentrum Studio-Link-Aufnahme über 4.300 km Distanz mit Co-Host Dennis in Rostock. Stimmgewirr im Hintergrund klang ‘wie bei Karstadt’, dabei berichtete er als ‘Korrespondent im Nahen Osten’ live. Zeigt für ihn den Wert: vor Ort sein + Hörfunkfeeling kombinieren.

„Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mal so als Korrespondent im Nahen Osten irgendwie mal berichte."

Christiane Attig (Ep 22)

Live-Aufnahme im Futurium Berlin für ‘Science Trios’ (Podcast über Frauen und nicht-binäre Personen in der Wissenschaft, mit Rebecca Moldmann). Vom Futurium wurden sie nach einem Live-gestreamten Auftritt bei der WISCON angesprochen – ein Podcast mit Mission, dem Ausstellungshaus zuhört.

„Die sind irgendwie auf unser Podcast aufmerksam geworden, […] da ist eben eine Person vom Futurium auf uns [zugekommen]."

Heike Drexel (Ep 23)

Drei Anekdoten: 1) In Corona-Zoom-Zeiten schaltete ein Gast für bessere Übertragungsqualität sein Bild ab – sie führte das ganze Gespräch mit einem schwarzen Monitor. 2) Interview mit Scharnett Gräfin Beissel von Gymnich auf Burg Satzvey – mit Gemälden, Raumakustik, Geistergeschichten und dem Dackel des Hauses. 3) Für eine Folge mit Katharina Afflerbach (Senderin auf Schweizer Alp) wollte sie authentische Kuhglocken aufnehmen – ihr Mann ging auf eine Kuhherde-Wiese, wurde von der Bäuerin zurückgepfiffen, weil ein unberechenbarer Bulle in der Herde war.

„Alles für die Künstler, alles für die Zuhörer, um ein besonderes Podcasterlebnis zu schaffen."

Soenke Scharnhorst (Ep 25)

Eine Negativ-Erinnerung: ein sehr gutes Interview mit einer Gästin, das komplett rausgenommen werden musste – sie war der Meinung, sich nicht gut repräsentiert zu haben. Soenke und sein Team konnten das nicht nachvollziehen. Folge: das Thema fasst er nicht mehr an. Sonst gibt es positive Highlights, wenn Gäste Audio-Einspieler nachreichen, die er ins Gespräch reinschneidet.

„Aber die Gästin hat sich nicht wohlgefühlt nach dem Interview und wollte, [dass wir die Folge rausnehmen]."


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