Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?
24 von 30 Gästen haben geantwortet.
Wiederkehrende Muster
- Wissenschaftspodcasts — Alexander Haas, Anne Autenrieb, Christiane Attig, Sebastian Stix
- Fandom als Einstieg — Alexander Haas, Dela, Sascha Gottschalk
- True Crime — Michèle Liussi, Patrick Lohmeier, Sebastian Stix
- Gespräche & Begegnungen — Christiane Attig, Heike Drexel, Stefan Giesbert
- Zeitaufwand — Arne Ruddat, Sascha Gottschalk
- Psychologie & Persönlichkeitsentwicklung — Franziska von Lehel, Nella Rausch
- Spaß & Motivation — Dela, Tanja
Alle Antworten
Johannes Wolf (Ep 1)
Hört Podcasts von Leuten, die ihm Freude bereiten – Wochennotiz mit Jan und Tim, methodisch inkorrekt, oder Formate aus seiner Anfangszeit. Sehr viel zum Einschlafen, wodurch er sich an wenig erinnert. Daneben Brettspielpodcasts (Prätagogen, Spieleboxcast), KI-Themen, Science Busters. Werbung, die er nicht überspringen kann, ist ein Ausschlusskriterium.
„Sie müssen nicht immer gut produziert sein, Hauptsache ich habe Bock, die Leute zu hören."
Alexander Haas (Ep 2)
‘Untreuer Hörer’, kein Komplettist – löscht alte Folgen gnadenlos, wenn er nicht hinterherkommt. Schwerpunkte: Fantasy/Science-Fiction (Perry Rhodan, Star Wars), Holger Klein (Wochendämmerung, Realitätsabgleich, Hoaxilla), Tech/Wissenschaft (methodisch inkorrekt, Logbuch Netzpolitik, Freakshow), Kabarett (Grundlos gute Laune), Soziologie (Schweigen ist Zustimmung). Brettspiel-Podcasts vermeidet er, weil sie teuer werden (Fuchs und Bär kostet ihn Brettspielkäufe). Einschlafen-Podcast: Hassliebe.
„Ich bin da gnadenlos. […] Wenn ich merke, ich komme irgendwie drei, vier Wochen nicht hinterher, dann lösche ich die alten Folgen und springe die aktuelle."
Leni Bohrmann (Ep 3)
Begleitet sie durch den Alltag (Hausarbeit, Zugfahren). Inhalt muss ’etwas mit ihr machen’ – sei es politisch oder unterhaltend. Politisch: Wochendämmerung, WRINT-Formate, Laberfach. Videospiel-Geschichten (kleine, persönliche Episoden). Lano-Welt, Luft nach oben, Esel & Teddy. Jörn Schaars Podcast neu entdeckt.
„Mir geht es einfach immer drum, dass es irgendeinen Inhalt gibt, der irgendwas mit mir macht."
Tanja (Ep 5)
Hört quer Beat – hat Radio und TV-Zappen komplett ersetzt. Schwerpunkte: Nachrichten/News-Formate, Politik, Gesundheit, Laber-Podcasts, Filme/Serien/Hörspiele. Wichtige Themen sind Inklusion, Diversität und Feminismus – auch durch eigene Erfahrungen als Frau im Nerd-Umfeld. Schätzt Fandoms, in denen sie selbst nicht firm ist, weil Leute für ihre Sache brennen.
„Ich finde das ganz spannend, wenn Leute einfach für sie ihre Sache brennen."
Patrick Lohmeier (Ep 6)
Exzessiver Hörer – jede freie Minute, auch statt Fernsehen. Hört kaum Filmpodcasts (eigene Baustelle, will andere Meinungen nicht ungewollt recyclen). Stark: News-Podcasts (The Daily NYT seit Jahren), investigative Reportagen, Storytelling-Formate aus US/UK (Pineapple Studios, Serial). Mag Serien-Recaps (The Ringer, David Chen). Skeptisch gegenüber True-Crime-Events mit 10.000 Zuschauern – Fremdscham und ethische Bedenken. Lehnt zu kleinteilig-akribische Filmverrisse ab (‘aktiv lustfeindlich’).
„Diese Momente, in denen ich mich da selber dabei ertappe, dass ich eigentlich die Meinung anderer Menschen recycle. Das macht mich unkreativ und faul."
Arne Ruddat (Ep 8)
Unterscheidet zeitaktuelle vs. zeitunabhängige Podcasts und hört bewusst sehr wenig. Regelmäßig nur 15-Minuten-Tagesschau-Podcast (Werktags morgens, kompakt). Unregelmäßig Dripelklick (Videospiel-Journalismus mit Jason Schreier – Autor mehrerer Bücher über Blizzard). Brettspielnische: Einzelspiel-Podcast (Solospielen), Fear the Final Girl. Bei eigenen Produktionen achtet er bewusst auf Zeitlosigkeit – will dass Werke auch in 50 Jahren noch brauchbar sind.
„Bei manchen Podcasts achte ich ganz bewusst darauf, keine Zeit-Hinweise zu geben, weil ich will, dass das Werk einfach auch in 50 Jahren immer noch brauchbar ist."
Dela (Ep 9)
Hört weniger als früher (Hörbücher haben Anteile übernommen). Klassiker wie Bits und so. Im eigenen Netzwerk: Regen, Sturm, Schnee (Wetter/Klima). Alt und Verbittert – ein medizinischer Effekt: Migräne-Hilfe! Weiter: WRINT-Geschichtsunterricht, Blathering, Sunday Morning (seit Folge 1). Themen interessieren sie weniger – es geht ihr um Menschen, die mit Begeisterung erzählen.
„Ich habe sehr viel Spaß daran, wenn Menschen mit Begeisterung über irgendwas reden, völlig egal was."
Alexander Karls (Ep 10)
Comedy und Laber-Podcasts als ‘Feierabend-Fitnessstudio-Programm’ (Gefühlte Fakten, 0817, Alliteration am Arsch, Edeltalk). Auf dem Weg zur Arbeit Tech- und Cybersecurity-Podcasts (Breach FM, The Security Swarm, Cybersecurity ist Chefsache) zum ‘auf dem Stand bleiben’. Setzt den Tech-Konsum bewusst neben LinkedIn/YouTube als Wissensquelle.
„Das ist so das Feierabend-Fitnessstudio-Programm, was ich so höre."
Michèle Liussi (Ep 11)
Voll drin im Game – hört aus den gleichen Gründen wie sie produziert: nebenher beim Auto fahren, Kochen, Backen, Aufräumen. Nutzt Podcasts auch zur Recherche bei multitasking. Auch Gemischtes Hack zur leichten Unterhaltung. True Crime hat sie gepackt (Zeit Verbrechen) – passt zu ihrer ursprünglichen Studienrichtung (forensische Psychologie war ihr Plan), die Faszination für psychologische Hintergründe von Verbrechen blieb.
„Ich nutze Podcasts auch ein bisschen in die Recherche-Richtung, dass ich nebenher irgendwie einen Wissens-Podcast zu einem bestimmten Thema […] höre."
Stefan Giesbert (Ep 12)
Sehr hoher Konsum: 2–3 Stunden täglich, aktuell ~60 ungehörte Folgen (vor seinem Umbau waren es 250). Strukturiert nicht nach Genre, sondern nach: 1) Menschen, die er kennt (Spätfilm, Wendeltreppe, Autonomie und Algorithmen von Christiane Attig), 2) wo er was lernen kann (Science Heroes, Science Versus aus Australien, 99% Invisible, Strong Songs). Persönlichkeiten als Trigger (Films To Be Buried With von Brett Goldstein/Roy Kent). Auch Tech (Bits und so) – höre Leuten zu, die ihr Thema leben.
„Auch von den Persönlichkeiten. […] Einfach um zu hören, um so ein Gefühl zu kriegen, wie das so ist."
Franziska von Lehel (Ep 13)
Hört täglich mehrere Stunden, vor allem in der Münchner S-Bahn. Am liebsten Interview-Podcasts (z.B. ‘Ungeskriptet’ von Ben, der unterschiedlichste Leute einlädt). Liebt die Vielfalt der Denkstrukturen, die sie dadurch kennenlernt. Psychologische Podcasts (Stefanie Stahl) und gesellschaftspolitische Kommentar-Formate.
„Das finde ich so spannend, einfach Menschen zuzuhören, unterschiedliche Denkstrukturen mitzubekommen."
Stephanie Fischer (Ep 14)
Laber-Podcasts (Apokalypse und Filterkaffee, Jörg Thadeusz), WDR 5 Quarks, sehr viele Wissens- und Medizin-Podcasts – 10 bis 15 allein für Medizin/Mental Health, ist sehr medizinaffin und ‘verschlingt’ das. Schätzt, wenn Themen verständlich aufbereitet werden (‘du musst keine Medizin studiert haben’).
„Labern und Medizin liegen mir sehr, muss ich sagen."
Philipp Müllender (Ep 15)
Mehrere Stunden täglich. Schwerpunkt Politik/Medien (Aufwachen-Podcast, ADES-Fernseh-Podcast, Lage der Nation, Übermedien, Politikpodcast Deutschlandfunk). Liebt echte Fiction-Podcasts (Creature Feature, Magnus Archive), aber es gibt zu wenig davon. Über-Fiction (erzählende Formate über fiktive Stoffe): Erzählturbine, Family Chef Control. Rollenspiel-Podcasts mag er nicht – ’nicht als Podcast gedacht’.
„Mir erzählen Leute was. […] Hauptsache finde ich immer so, ja, mir erzählen Leute was."
Sebastian Stix (Ep 16)
‘Total atypisch’ – Technik/Wissenschaft/Sci-Fi. Lage der Nation, Hörchors Lernfragen, Raumzeit, viele Tim-Pritlove-Formate. Liebt nischige Spezialthemen wie Ressourcen FM (4–6 Stunden über Edelmetalle) – das entspannt ihn. Astronomie/Raumfahrt als ‘heile Welt’. True Crime meidet er (emotional aufgeheizt, dramaturgisch zugespitzt). Podcast hat bei ihm das lineare Fernsehen ersetzt.
„Aus irgendeinem Grund entspannt mich sowas total."
Anne Autenrieb (Ep 17)
Bezieht Infos über Podcast-Nachrichten (keine Tagesschau, keine Zeitung). Wissen/Wissenschaft – verschiedene Erklär-Podcasts pro Woche. Eltern- und Finanzratgeber-Podcasts (Mitte 30, Sorgen um Altersvorsorge). Politische Promi-Einordnungen mit Sarkasmus.
„Es klingt total, als wäre ich irgendwie 50 oder so, also Eltern- und Finanzratgeber. Why not?"
Yvette Philippens (Ep 19)
Beruflich (Podcast-Dienstleisterin) hört sie Business-Podcasts und schneidet Kunden-Episoden. Privat strikt das Gegenteil: ‘Easy peasy’ und ‘chillig’ – ganz fernab von Business/Mindset/Coaching. Pochers, Bushido-Podcast. Klare Trennung zwischen Berufs- und Privatkonsum.
„Privat gebe ich mir dann tatsächlich so chillige easy [Podcasts] […] was wirklich fernab von sämtlichen Business Material halt ist."
Kai Rohde (Ep 20)
Quark Science Cops als Lieblings-Podcast. Mag große Produktionen (Panama Papers, WeCrashed/WeWork, CashBurners). Laber-Podcasts hört er gar nicht – ‘verschwendete Lebenszeit, anderen Leuten dabei zuzuhören, wie sie ihre Gedanken sortieren’. Alternativ Hörbücher.
„Es ist mir zu anstrengend und in meinen Augen oder für mich persönlich ist es so verschwendete Lebenszeit, anderen Leuten dabei zuzuhören, wie sie ihre Gedanken sortieren."
Sascha Gottschalk (Ep 21)
Hört über 2h täglich Podcasts (während des Pendelns wie zu Hause). Mischung Information + Entertainment, kommerziell + Indie. ESC-Podcasts (Merci Cherie aus Österreich, ESC Update vom NDR, ESC Schnack aus Kiel) – im internationalen Netzwerk gut verdrahtet. Deutschlandfunk ‘Der Tag’ (morgens, 20–30 Min, gut getimt). Lieblings-Indie-Podcast: Metacast. Schätzt Zeitsouveränität und Kapitelmarken am Medium.
„Ich finde das wirklich, das fiel mir jetzt eben gerade noch ein, was natürlich auch wirklich schön ist am Podcasten, das ist eben halt diese Zeitsouveränität."
Christiane Attig (Ep 22)
Starke Hörerin, aber durch Wegfall des Pendelns (Leipzig–Chemnitz, 4h täglich) deutlich weniger geworden. Heute ~10 Podcasts regelmäßig, nicht mehr ~100 abonniert. Themen blieben: Wissenschaft (Forschung aktuell DLF, methodisch inkorrekt – aber Folgen zu lang) und Popkultur. Absoluter Lieblings-Podcast: E&U-Gespräch (Benjamin und Markus) – sie bringen Kunst aus ihrer Komfortzone, schaffen es Visuelles auditiv zu vermitteln. Kompakte Formate werden wichtiger.
„Das ist so ein Podcast, den ich auch immer komplett sofort weghöre, sobald ich da eine Folge sehe."
Heike Drexel (Ep 23)
Drei Blöcke: 1) Biografien/Personengeschichten (Gespräche über Wandlung von Tanja Valerian, Hotel Matze, OMR Podcast für Unternehmergeschichten). 2) Podcast-über-Podcasts (Annika Bohrs Podcast-Wandermagazin, So geht Podcast von Gio, Naps, Interviewhelden, Kreator Way). 3) Vorbereitung auf eigene Gäste. Edutainment statt Laber-Podcasts.
„Es sind alles, wie du merkst, mehr so inhaltliche Podcasts, also wie man so schön sagt, auch Edutainment Podcasts."
Nella Rausch (Ep 26)
Psychologie (Stefanie Stahl in beiden Podcasts), Buchvorstellungen (Lesart vom Deutschlandfunk), BookerFly-Schreib-Podcasts (sie ist selbst Autorin). True Crime ist ihr zu heftig – liest stattdessen Old-School-Krimis. Hat schon als 3-Jährige nicht weggewollt, wenn Radio lief – wurde mehrfach von RBB-Leuten angesprochen wegen ihrer Stimme, jetzt hat sie ihre eigene ‘Sendung’.
„Stefanie Stahl höre ich ganz viel."
Alexander Waschkau (Ep 27)
Hört bewusst nicht zu viele gleichgesinnte Podcasts, um sich nicht beeinflussen zu lassen. Sein Mann hört intensiv Raumfahrt-Podcasts (Lars, der sich einen Namen in der Forschungsszene gemacht hat). Ähnliche Strategie wie Patrick Lohmeier – Distanz zu Themen, über die man selbst spricht.
„Man möchte sich nicht zu sehr von anderen gleichgesinnten Podcastern beeinflussen lassen."
Christian Steiner (Ep 28)
Immer Podcast-Hörer geblieben, auch in Pausen vom Machen. Schätzt ‘Zeit zwischen den Zeiten’ – mit Knopf im Ohr beim Wäsche kümmern. Viel englischsprachig, Schwerpunkt Technik (beruflich – Technikredakteur), Filmpodcasts, Videospiele (kompensiert Zeitmangel zum Spielen). Klammer ‘Kultur’. Mag staffelweise journalistische Doku-Reihen (englischsprachige Doku-Reihe zu Tesla/Musk), nicht True Crime.
„Da finde ich ist das Schöne, die Zeit finde ich auch irgendwie so zwischen den Zeiten."
Rebecca van der Meyden (Ep 29)
Große Hörerin trotz Wegfall der 2h-Pendelei. Schwerpunkt Filme/Serien-Podcasts (auch begleitende Podcasts zu Serien wie Foundation). Mittel-bekannte Internet-Persönlichkeiten (Drinnies von Julia Becker und Chris Sommer, Schamlos). Themenbezogen suchend (Frauen-Fußball-WM: Rasenfunk, Becker und Pfeiffer). Hat sich vom Vollständigkeits-Druck gelöst – löscht alte Folgen, wenn die Liste zu lang wird.
„Das hat mich eher unter Druck gesetzt beim Hören. Dann wurde irgendwie die Liste immer länger und alle sprachen schon über die neueste Episode, ich war noch vier zurück."
